Angebote

In unserem Zentrum für Onkologie werden die Tumorsituation und der Behandlungsplan für jeden Patienten im Ärzteteam besprochen. Ebenso wichtig für die Therapieplanung ist, die individuelle Lebenssituation und die Wünsche unserer Patienten ernst zu nehmen.

Das beste Ergebnis in der Behandlung von Tumoren wird durch eine vernetzte Zusammenarbeit der auf Tumorkrankheiten spezialisierten Ärzte und des Hausarztes erreicht. Das Tumorzentrum der Hirslanden Klinik St. Anna bietet mit den wöchentlichen Tumorkonferenzen die geeignete Plattform für diese interdisziplinäre Zusammenarbeit. In diesem Tumorzentrum engagieren wir als wichtiger Partner.

Brustkrebs

Wann sollten Sie Ihren Arzt des Vertrauens aufsuchen?

Es ist wichtig, dass sie bei einer Verhärtung, einem Knoten oder einer entzündlichen Rötung ihrer Brust den Arzt oder die Ärztin ihres Vertrauens aufsuchen. Heute ist Brustkrebs in 85–90% heilbar.

Diagnose und lokale Behandlung

Zunächst wird der Tumor in der Brust mittels Mammografie, Ultraschalluntersuchung und bei Bedarf mittels Magnetresonanztomografie ausgemessen und seine Lage bestimmt. Danach wird die Krebsdiagnose durch eine gezielte Gewebeentnahme aus dem Tumor bestätigt. In der Regel gelingt es, den Tumor unter Erhaltung der Brustdrüse zu entfernen. Eine Entfernung der gesamten Brustdrüse ist selten nötig. In der gleichen Operation wird der unmittelbar vor der Operation markierte Wächterlymphknoten in der Achselhöhle entfernt. Der Nachweis von Metastasen im Lymphknoten ist für die Prognose der Krankheit und die Wahl der Nachbehandlung von Bedeutung. Wird brusterhaltend operiert, ist eine Nachbestrahlung der betroffenen Brust erforderlich.

Die Systemtherapie mit Medikamenten

Zur Verbesserung der Heilungschance wird eine medikamentöse Behandlung (Systemtherapie) mit Hormonen, Anti-Her2-Antikörpern und Chemotherapie eingesetzt. Die Systemtherapie kann vor oder nach der Operation verabreicht werden. Die konkrete Therapieempfehlung wird aufgrund der Tumorgrösse, des Lymphknotenbefalls und der histologischen Untersuchungsergebnisse an unserer wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz erarbeitet. Teilnehmer sind Fachspezialisten mit jahrelanger Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Brustkrebs. Die Therapieempfehlungen werden wir nach dieser Konferenz mit ihnen in einem ausführlichen Gespräch erörtern und die für sie geeignete Behandlung im Detail besprechen.

Man unterschiedet vier Typen von Brustkrebs. Sie haben Einfluss auf die Wahl der Systemtherapie.

  1. Brustkrebs Typ luminal A: hohe Dichte von Östrogen- und Progesteronrezeptoren (Hormonrezeptoren) auf der Oberfläche der Tumorzelle und tiefe Wachstumsrate
  2. Brustkrebs Typ luminal B: mässig hohe Hormonrezeptordichte und/oder mittlere Wachtumsrate
  3. HER2-positiver Brustkrebs: Nachweis von Vermehrung (Amplifikation) des HER2 Gens im Zellkern oder erhöhter Dichte von Her2-Rezeptoren an der Zelloberfläche
  4. Dreifach (triple) negativer Brustkrebs: Kein Nachweis von Hormonrezeptoren, fehlende Vermehrung des HER2 Gens im Zellkern, hoher Wachstumsrate

Immer häufiger kann auf eine subjektiv belastende Chemotherapie verzichtet werden. während früher bei Frauen mit Brustkrebs Typ luminal B, nach der Operation eine Chemotherapie durchgeführt wurde, kann heute dank Genanalysen im Tumorgewebe (z.B EndoPredict-Test) bei fast der Hälfte darauf verzichtet werden. Folgende Systemtherapien werden am häufigsten vorgeschlagen:

  1. Brustkrebs Typ luminal A: Hormontherapie, auch Antihormontherapie oder endokrine Therapie genannt (Tabletten)
  2. Brustkrebs Typ luminal B: Chemotherapie und/oder Hormontherapie, je nach Endopredict--Test
  3. HER2-positiver Brustkrebs: Antikörpertherapie mit gegen HER2-gerichteten Antikörpern (und Hormontherapie bei Nachweis von Hormonrezeptoren)
  4. Triple negativer Brustkrebs: klassische Chemotherapie, Immuntherapie

Brustkrebs in der Familie?

Jede 8. Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. Aus diesem Grund finden sich in der Verwandtschaft oft weitere Frauen mit dieser Diagnose. Das bedeutet nicht zwingend, dass sie an einer vererbbaren Form von Brustkrebs leiden.
Das Risiko für eine vererbbare Form von Brustkrebs ist erhöht, wenn sie mehrere Verwandte ersten Grades mit Brustkrebs oder Eierstockkrebs haben (Schwester, Mutter), wenn sie selbst oder ihre Verwandten sehr jung d.h. vor dem 40 Lebensjahr an Brustkrebs erkrankt sind, wenn bei ihnen Krebs in beiden Brüste festgestellt wurde, wenn sie einen männlichen Verwandten mit Brustkrebs haben oder wenn bei ihnen ein triple negatives Mammakarzinom diagnostiziert wurde. Deshalb ist ihre Familiengeschichte wichtig und sie wird im Rahmen einer genetischen Beratung sorgfältig erfragt.
Die Testung der Gene, die mit erhöhtem Brustkrebsrisiko einher gehen, erfolgt aus einer Blutprobe. Nebst den bekannten Mutationen in den Breast Cancer Genen 1 und 2 (BRCA1 und BRCA 2-Gen) werden heute weitere, seltenere Mutationen (z.B. PALB2, ATM u.a.m.) gesucht, um eine genetische Variante nicht zu verpassen. Die genetische Beratung wird in unserem Brustzentrum, Klinik St. Anna von speziell geschulten SpezialistInnen vorgenommen.

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Kopf-Hals-Tumore

Darauf sollten Sie achten!

Hartnäckige Heiserkeit von mehr als 2 Wochen Dauer, Schluckbeschwerden mit oder ohne begleitende Schmerzen, aber auch Schwellungen im Halsbereich, Geruchs- oder Geschmackveränderungen sollten durch ihren Arzt eingehender abgeklärt werden. Mit einem Verzicht auf Rauchen und Einschränkung des Alkoholkonsums können sie ihr Risiko für diese Krankheit deutlich senken.

Krebs von Mund, Rachen und Kehlkopf

Unter Kopf-Hals-Tumoren werden verschiedene Krebsarten der Mundhöhle, des Rachens, der Nase und der Nasennebenhöhlen zusammengefasst. Bei den meisten dieser Tumoren handelt es sich um sog. Plattenepithelkarzinome, die vom Oberflächengewebe ausgehen. Die Behandlung wird in Abhängigkeit des Stadiums und der Begleiterkrankungen individuell festgelegt, wobei in früheren Stadien eine operative Versorgung und in lokal fortgeschrittenen Tumorstadien häufig eine Organ-erhaltende Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz kommt. Bei uns wird der Therapieentscheid für jeden Patienten individuell an der interdisziplinären Tumorkonferenz durch die verschiedenen Fachspezialisten erarbeitet.
Bei inoperablen, vorbestrahlten Fällen stellen systemtherapeutische Behandlungen mit Zytostatika und, in den letzten Jahren zunehmend, auch Immuntherapeutika eine Therapieoption dar.

Schilddrüsenkarzinom

Unter dem Begriff Schilddrüsenkarzinom werden verschieden bösartige Tumore der Schilddrüse zusammengefasst. Sie sind sehr selten und machen rund 1% Tumorerkrankungen aus. Mittels Gewebeprobe gelingt es, follikuläre, papilläre Karzinome und medulläre Karzinomen mit günstiger Prognose von den unreifen, rasch wachsenden und schwierig zu behandelnden ‘anaplastischen’ Karzinomen zu unterscheiden. Die Behandlung sind sehr komplex und wird bei uns regelmässig in multidisziplinärem Rahmen mit Hormonspezialisten (Endokrinologen), HNO- Ärzten, Strahlentherapeuten, Nuklearmedizinern und medizinischen Onkologen besprochen.
In der Ersttherapie von lokal begrenzten Schilddrüsenkarzinomen bieten sich operative Verfahren und nuklearmedizinischen Therapiemöglichkeiten an. Teilweise werden sie kombiniert. Im fortgeschrittenen Tumorstadien werden nebst der Radiojodtherapie zunehmend Medikamente in Tablettenform eingesetzt, welche in die Tumorzelle eindringen das Wachstum in der Tumorzelle gezielt unterbrechen.

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Lungenkrebs

Welche Beschwerden sind ernst zu nehmen?

Für Raucher, Ex-Raucher und Nichtraucher gilt: Atemnot, trockener und feuchter Reizhusten, aber auch Husten mit Blutstippchen im Auswurf können ein Zeichen von Lungenkrebs sein. Auch ein Druckgefühl im Brustraum, ein Blutstau im Kopf, Appetitstörungen und Gewichtsabnahme sind ernst zu nehmen. Ihr Hausarzt kann weitere Abklärungen für Sie an die Hand nehmen.

Diagnose und Therapie

In der Regel wird die Diagnose Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) durch den Lungenspezialisten (Pneumologe) gestellt. Die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) dient der Darstellung der Atemwege und der Entnahme von Tumorgewebe. Die Bronchoskopie wird durch bildgebende Verfahren (z.B. Magnetresonanztomografie, Computertomografie und PET CT) ergänzt, um die Ausdehnung der Erkrankung in der Lunge und mögliche Ableger festlegen zu können. 

Die Befunde werden in unserer Tumorkonferenz interdisziplinär unter Fachspezialisten besprochen, um die bestmögliche Behandlung zu finden. Grundsätzliche Therapieformen sind Operation, Bestrahlung, eine medikamentöse Behandlung und deren Kombinationen. Wo immer möglich versuchen wir eine Heilung als Ziel zu haben (kuratives Therapiekonzept). Ist dies nicht möglich weil die Erkrankung zu weit fortgeschritten ist, ist das Behandlungsziel, eine möglichst gute Lebensqualität für einen möglichst langen Zeitraum zu erhalten (palliatives Therapiekonzept).

Nicht jeder Lungenkrebs ist gleich

Für die Behandlung des Bronchialkarzinoms ist die genaue Charakterisierung des Tumorgewebes von grosser Bedeutung. 

Früher wurden die Lungenkrebszellen unter dem Mikroskop nach Aussehen und Färbeverhalten unterschieden:

  1. Nicht-kleinzelliges Karzinom (auch NSCLC, Non Small Cell Lung Cancer) mit den Hauptgruppen Plattenepithelkarzinom und Adenokarzinom. 
  2. Kleinzelliges Karzinom (auch SCLC , Small Cell Lung Cancer)

Mittlerweile werden vor allem bei den Nicht-kleinzelligen Karzinomen ausgedehnte molekulargenetische Untersuchungen vorgenommen. Mit diesem Wissen kann abgeschätzt werden, wie hoch die Erfolgsaussichten einer Immuntherapie oder zielgerichteten Therapie sowie einer Chemotherapie oder eine Kombination dieser Verfahren sind. Erfreulicherweise konnten dank der Molekulargenetischen Untersuchungen in den letzten 10 Jahren deutliche Fortschritte in der Behandlung von Lungenkrebs erzielt werden.

Urogenitale Tumore

Darauf sollten sie achten!

Probleme beim Wasserlösen wie Druckgefühl, dünner Harnstrahl, häufiges Wasserlassen oder Störung des Schlafs durch Harndrang sind meist Zeichen einer gutartigen Prostatavergrösserung. Sie können aber auch auf Prostatakrebs hinweisen. Eine Kontrolle bei ihrem Hausarzt ist angezeigt. Eine Bestimmung des PSA-Wertes hilft, Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen.

Blut im Urin ist nicht harmlos und sollte abgeklärt werden. Eine Krebserkrankung der Harnblase, der Harnwege oder der Niere ist auszuschliessen.

Eine schmerzlose oder wenig schmerzhafte Hodenschwellung kann ein Zeichen für Hodenkrebs sein. Ein Arztbesuch ist nötig.

Prostatakrebs

Der Medizinische Onkologe wird bei der Behandlung des Prostatakrebs vom Urologen hinzugezogen, wenn die Erkrankung nach einer Operation zurückgekehrt ist oder bereits bei der ersten Diagnosestellung Fernableger (Metastasen) vorhanden sind. Die Hormonentzugs-Behandlung, häufig durch ihren Urologen eingeleitet, wird ergänzt durch weitere Massnahmen wie z.B. eine gegen den Testosteron-Rezeptor gerichtete Tablettentherapie oder eine Chemotherapie. Die individuelle Therapieempfehlung wird unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Situation und den Charakteristika der Erkrankung mit Ihnen besprochen.

Je nach Ausgangssituation sind weitere therapeutische Massnahmen wie Bestrahlung (Radiotherapie) oder nuklearmedizinische Verfahren (PSMA-Therapie) zu diskutieren. Ebenso sind genetische Analysen des Tumorgewebes für weitere Therapieempfehlungen hilfreich.

Ihre Krankenakten werden am interdisziplinären urologischen Tumorboard der Klinik St. Anna diskutiert und die bestmögliche Therapieempfehlung wird formuliert.

Blasenkrebs

Bei der Behandlung des lokal fortgeschrittenen Blasenkrebs mit nicht nur oberflächlicher Schleimhautbeteiligung wird häufig vor einer Operation eine Chemotherapie durchgeführt, in manchen Fällen auch nach der Operation. Bei nicht operablen Erkrankungen kommen moderne Verfahren mit Kombinationstherapien aus Chemotherapie und Immuntherapie zum Einsatz.

Hodenkrebs

Hodenkrebs betrifft häufig junge Männer. Der befallene Hoden wird operativen entfernt. Bei einem frühen, auf den Hoden begrenzten Tumorstadium kann oft auf eine Chemotherapie nach der Operation verzichtet werden. Konsequente regelmässige Verlaufskontrollen sind erforderlich.

Wenn das Tumorstadium fortgeschritten ist und Metastasen nachweisbar sind, kann mit einer ergänzenden Chemotherapie eine dauerhafte Heilung erzielt werden. Anhand des.

Bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung ist vor Beginn der Chemotherapie eine Kältelagerung des männlichen Samens zu empfehlen. Um dies zu ermöglichen, arbeiten wir seit Jahren eng mit dem Kinderwunschzentrum St. Anna zusammen. Auch engagieren wir uns im Prostatakrebszentrum Klinik St. Anna.

Gynäkologische Tumore

Wann sollten sie sich beim Arzt/bei der Ärztin ihres Vertrauens melden?

Zu den gynäkologischen Tumoren werden Krebserkrankungen der Eierstöcke, der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses und Scheide gezählt. Häufig verursachen diese Krebserkrankungen erst spät Beschwerden, weshalb eine Diagnose im Frühstadium schwierig ist. Bei Ausfluss oder Blutungen aus der Scheide, Blutungen nach der Menopause, Druck- und Blähungsgefühl im Bauch oder Zunahme des Bauchumfangs suchen sie bitte ihre Ärztin/ihren Arzt auf.

Vorsorge

Wichtig sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen bei ihrer Gynäkologin/ihrem Gynäkologen. Gebärmutterhalskrebs kann durch regelmässige Vorsorge früh entdeckt und geheilt werden. Gegen Gebärmutterhalskrebs steht seit ca. 10 Jahren eine Impfung zur Verfügung, die bei jungen Frauen und Männern empfohlen wird. Die Impfung schützt in hohem Mass gegen Gebärmutterhalskrebs, aber auch Enddarmkrebs und Krebs des Nasen-Mund-Rachenraumes 

Behandlung – jeder Spezialist ist mit seinem Fachwissen gefordert

Beim Eierstockkrebs, der zum Zeitpunkt der Diagnose oft beide Eierstöcken befallen und Ableger im Bauchfell gesetzt hat, wird als erstes eine möglichst vollständige Entfernung sämtliche Tumorherde im Bauch angestrebt. Drei bis fünf Wochen nach der Operation wird eine Chemotherapie begonnen, damit auch die kleinsten bei der Operation nicht erkennbaren Metastasen in Bauchfell oder Lymphknoten vernichtet werden können. Ergänzt wird heute bei Bedarf eine Behandlung mit einem Antikörper gegen Gefäss-Neubildungen (Bevacizumab), um die Zufuhr von Nährstoffen zu den Tumorzellen zu unterbinden. Nach der Chemotherapie ist zudem eine Behandlung mit einem PARP-Inhibitor (in Tablettenform) zu erwägen.

Beim Gebärmutterkrebs wird in der Regel die ganze Gebärmutter mit den wächterlymphknoten entfernt. Nach der Operation ist in Abhängigkeit vom Tumorstadium eine Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie oder eine alleinige Chemotherapie zu besprechen.

Gebärmutterhalskrebs wird in frühen Stadien bevorzugt unter Erhaltung der Gebärmutter operiert. Die Möglichkeit schwanger zu werden bleibt erhalten. Die Chance einer Heilung ist hoch. Bei fortgeschrittenem Stadium mit Tumorausdehnung gegen die Beckenwand oder lymphknotenbefall wird die ganze Gebärmutter entfernt. Ist dies nicht mehr radikal möglich, so wird anstelle der Operation eine kombinierte Bestrahlung und Chemotherapie empfohlen.

Unser Zentrum für Onkologie Luzern ist eingebunden in das gynäkologische Tumorzentrums Klinik St. Anna

Gastrointestinale Tumore

Welche Beschwerden sind ernst zu nehmen?

Falls Sie unter Schluckstörungen, Änderung der Stuhlgewohnheiten, Blutbeimengung im Stuhl, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Gelbsucht leiden, kann sich dahinter ein Krebs des Magendarmtraktes verbergen. Melden sie sich bei ihrem Hausarzt. Er wird erste Abklärungen in die Wege leiten.

Welche Krebserkrankungen gehören zu den gastrointestinalen Tumoren?

Krebserkrankungen können an verschiedenen Orten des Magendarmtraktes auftreten, z.B. in der Speiseröhre (Oesophaguskarzinom), im Magen (Magenkarzinom), im Dünndarm, im Dickdarm und Enddarm (Kolon- und Rektumkarzinom), im Mastdarm (Analkarzinom) in der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom), in der Leber und in den Gallenwegen/der Gallenblase.

Abklärung und Diagnostik

Nebst einer gründlichen körperlichen und laborchemischen Untersuchung helfen uns Röntgenuntersuchungen weiter. Hier kommen Computertomographien, MRT-Untersuchungen des Bauches/der Leber und im Speziellen auch PET/CT-Untersuchungen in Frage.

Der Magen-Darmspezialist (Gastroenterologe) führt ergänzende endoskopische Untersuchungen durch, sei es eine Spiegelung des oberen (Speiseröhre/Magen) oder des unteren (Dickdarm/Enddarm) Abschnittes des Verdauungstraktes. Bei auffälligen Befunden wird er eine Gewebeprobe entnehmen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ausbreitung der Erkrankung (Tumorstadium) und nach den Resultaten der Gewebeprobe. Mittels Radiologischer kann die Ausdehnung der Tumorerkrankung erfasst werden. Der Pathologe stellt die Tumordiagnose anhand feingeweblicher Analysen, zunehmend auch mittels Genanalysen aus dem Tumorgewebe. Nach Erhalt dieser Informationen werden die individuellen Krankenakten an der interdiziplinären Tumorkonferenz besprochen und ein Therpiekonzept wird festgelegt.

Die häufigste Krebserkrankungen der Magendarmtraktes sind der Dickdarm- und Enddarmkrebs.

Beim Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) liegt in 5–10% der Erkrankung eine vererbte (genetische) Ursache vor. Mittels Vorsorge-Spiegelung des Dickdarms kann der Tumor bereits im Vorstadium (gutartiger Polyp) oder in einem frühen Tumorstadium gefunden und entfernt werden, was die Chance einer Heilung deutlich erhöht.

In frühen Stadien wird der Tumor operativ entfernt. Nach der Operation wird häufig eine sog. adjuvante Chemotherapie angeschlossen mit dem Ziel das Rückfallrisiko zu senken und die Aussicht auf Heilung zu verbessern. Ist der Primärtumor lokal ausgedehnt oder sind tumornahe Lymphknoten befallen, so kann die Chemotherapie auch vor der Operation durchgeführt werden (neoadjuvante Chemotherapie). Sind Ableger vorhanden, wird die Chemotherapie in der Regel mit einer Antikörpertherapie kombiniert.

Beim Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) handelt es sich um einen bösartigen Tumor im letzten Darmabschnitt. Die kleineren Tumore (frühe Stadien) werden operiert. Lokal fortgeschrittene Tumore benötigen oft eine Vorbehandlung, bestehend aus einer Bestrahlung oder aus einer Bestrahlung und Chemotherapie vor dem operativen Eingriff.

Bei sehr tiefem Befall ist ein künstlicher Darmausgang (Stoma) manchmal nötig, meist vorübergehend. In seltenen Fällen ist eine Rückverlegung des Stomas nicht möglich.

Wir sind Partner im Darmkrebszentrum Klinik St. Anna

Lymphome, Myelome

Wann sollten sie sich zur Abklärung melden?

Eine schmerzlose Schwellung von Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leistenregion kann ein Anzeichen für eine Lymphomerkrankung sein. Auch allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsschwäche, ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiss, Fieber, Blässe und kleine punktförmige Blutungen in der Haut sollten sie ernst nehmen und weiter abklären lassen. 

Hartnäckige Rückenschmerzen, oft verbunden mit allgemeiner Schwäche, können ein Hinweis für ein multiples Myelom (Erkrankung der Antikörper-bildenden Plasmazellen im Knochenmark) sein. Mit gezielten Blutuntersuchungen kann Ihr Hausarzt die Verdachtsdiagnose eines Myeloms erhärten.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose eines Lymphoms erfordert eine Gewebeprobe aus dem vergrösserten Lymphknoten. Ist die Diagnose gesichert, so wird die Ausdehnung der Lymphomerkrankung mittels eines Schichtröntgenbildes (Computertomografie oder PET-Computertomografie) ermittelt. Beim multiplen Myelom eine Knochenmarksuntersuchung erforderlich.

Da zum Zeitpunkt der Lymphom-Diagnose in der Regel mehrere Lymphknotenregionen des Körpers betroffen sind, ist eine Behandlung über die Blutbahn notwendig. Heute werden eine Chemotherapie mit einer Immuntherapie (Antikörper gegen Lymphomzellen) kombiniert. Die Wirksamkeit dieser Therapie ist hoch. Eine Heilung ist je nach Lymphomtyp mit grosser Chance erreichbar.

Auch die Strahlentherapie hat in der Behandlung von Lymphomen und des multiplen Myeloms einen wichtigen Stellenwert und kann zur Heilung beitragen. Sie wird von uns in Zusammenarbeit mit unseren Kollegen der Radioonkologie, Luzern Kantonsspital angeboten. Die Indikation zur Strahlentherapie wird an der interdisziplinären Tumorkonferenz im Hause festgelegt.

Die Behandlung des multiplen Myeloms ist komplex und erfordert verschiedene Spezialisten. Bei jungen Patienten wird nach kurzer einleitender Chemotherapie nach 2-3 Monaten eine Hochdosis-Chemotherapie mit Rücktransfusion von autologen Stammzellen (Stammzellen der erkrankten und nicht einer fremden Person) angewendet. Diese intensive Therapieform wird nur an wenigen Zentren in der Schweiz angeboten, so zum Beispiel an den Universitätsspitälern Basel, Zürich und Bern und an der Hirslandenklinik Zürich von Prof. Dr. C. Renner. Mit ihm und seinem Team pflegen wir seit Jahren eine enge Zusammenarbeit.

Bei älteren Patienten wird auf eine Hochdosis-Chemotherapie verzichtet, da das Infektionsrisiko zu hoch ist. Zur Anwendung kommen verschiedene Kombinationen von Zytostatika und Antikörpern, die unter Berücksichtigung des Alters und der Begleiterkrankungen ausgewählt werden. Auch diese Therapien sind sehr wirksam.

Die Erforschung neuer Therapieformen hat beim multiplen Myelom in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. So werden heute wie bei der Lymphomerkrankungen nebst klassischen Zytostatika, Signalhemmer und Antikörpern kombiniert. CAR-T-Zellen und bi spezifische Antikörper (bites) werden in Studien geprüft. Diese Therapien werden in den nächsten Jahren die Behandlung des multiplen Myeloms ergänzen und verbessern.

Hier unser Netzwerkpartner für Lymphomerkrankungen/Myelome: Klinik für Hämatologie und Onkologie, Hirslanden Zürich

Immuntherapie, gezielte Therapien

Die Immuntherapie zielt im Unterschied zur klassischen Chemotherapie darauf ab, unser eigenes Immunsystem, vor allem die T-Lymphozyten gezielt gegen Tumorzellen zu aktivieren. Bei dieser Form der Tumorbehandlung handelt es sich um Antikörper-Infusionen, die alle zwei bis vier Wochen durch eine Vene verabreicht werden. Die Tumorzelle wird ihrer Fähigkeit beraubt, sich der Abwehr durch unsere T-Lymphozyten zu entziehen. Sie wird demaskiert und somit angreifbar.

Die Immuntherapie wird heute bei verschiedenen Krebsarten mit Erfolg eingesetzt, so bei schwarzem Hautkrebs, bei Lungenkrebs, Harnblasenkrebs, Lymphdrüsenkrebs und bei vielen weiteren Krebskrankheiten.

Bei der gezielten Tumorbehandlung (targeted therapy) werden sehr kleine Moleküle (small molecules), sogenannte Signalübertragungshemmer in Tablettenform verabreicht. Diese Signalhemmer besitzen die Eigenschaft, Wachstumssignale zu hemmen, die von der Zellhülle in den Zellkern vermittelt werden. Die Tumorzelle wird im Wachstum gestört und stirbt ab.

Nicht selten liefern molekulargenetische Untersuchungen am Tumorgewebe, die wir in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie, Luzerner Kantonsspital und dem Swiss Tumor Molecular Insitute, Zürich anbieten können, Hinweise auf eine geeignete Therapie. Die gezielte Tumortherapie wird heute bei verschieden Krebsarten eingesetzt, so z. B. beim Lungenkrebs, beim Nierenzellkrebs und bei der chronischen lymphatischen Leukämie.

Radiotherapie

Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist wie die Chirurgie und die medikamentöse Tumorbehandlung eine wichtige Therapieform in der Behandlung von Krebserkrankungen. Mit modernen Therapiegeräten gelingt es, das Tumorgewebe zielgenau und unter Schonung von lebenswichtigen Organen wie Herz, Lunge und Leber zu bestrahlen. Zu diesem Zweck sind die Strahlentherapiegeräte verknüpft mit einer Computertomografie, welche eine exakte Darstellung des zu bestrahlende Zielgewebes und Planung der erforderlichen Strahlendosis ermöglicht.

Die Strahlentherapie wird einerseits mit dem Ziel der Heilung eingesetzt, so z.B. beim Hodgkin-Lymphom oder beim frühen Prostatakarzinom, andererseits zur Linderung von Beschwerden wie Schmerzen, Druckgefühl, Blutungen, indem die Metastasen, welche diese Beschwerden verursachen, durch Besrahlung zur Schrumpfung gebracht werden.

Die Ärzte der Radioonkologie, Luzerner Kantonsspital unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Gabrieal Studer stehen mit uns in regelmässigem Kontakt und nehmen an den wöchentlichen Tumorkonferenzen im Hause teil. Frau Prof. Studer und ihr Team zählen zu unseren wichtigsten Netzwerkpartnern. Zur optimalen Behandlung unserer Patienten pflegen wir seit Jahren eine enge Zusammenarbeit.

Hier gehts zu unserem Netzwerkpartner Radio-Onkologie, LUKS Luzern

Pathologie, Molekulare Diagnostik

Krebs ist nicht gleich Krebs. In Ergänzung zur Untersuchung des Tumorgewebes unter dem Mikroskop mithilfe von Spezialfärbungen kommt heute immer mehr eine molekulare Testung von Krebsgewebe zur Anwendung. Ziel dieser Testung ist es, voraussichtlich unwirksame Therapien auszuschliessen und gezielt zum Tumor und zum Patienten passende Behandlungen zu finden.

Die molekulare Onkologie ist für jeden Patienten verfügbar, sofern die klassischen Therapieformen zu wenig wirksam sind. Dabei werden einerseits sehr gezielte Gen Analysen durchgeführt, andererseits sehr ausgedehnte Gensequenzanalysen. Für dieses ‘next generation sequencing’ stehen verschiedene Plattformen zur Verfügung. Gen-Sequenzanalysen bieten wir in Zusammenarbeit mit unseren beiden Netzwerkspartnern, dem Institut für Pathologie, Luzern Kantonsspital unter Leitung von Herrn Prof. J. Diebold und dem Swiss Tumor Molecular Institute unter Leitung von Herrn PD Dr. med. Thomas Winder an.

Pathologie, molekulare Diagnostik in der Onkologie
Findet sich hier im Kurzinterview mit Dr. Winder heraus, welchen Nutzen die molekulare Testung für die Behandlung von Krebs Krankheiten haben kann.

Radiologie, Nuklearmedizin

In der Krebsdiagnose und zur Beurteilung der Wirksamkeit von Tumorbehandlungen sind bildgebende Untersuchungen unverzichtbar.

Zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose wird mittels verschiedener Radiodiagnostischer Untersuchungen die Ausdehung der Erkrankung bestimmt. Computertomografie, PET-Computertomografie (Computertomografie, ergänzt durch radioaktiv markiertes Fluor), Magnetresonanztomografie, Ultraschalluntersuchung und Skelettszintigrafie (Darstellung befallen Skelettareale mittels radioaktiv markiertem Technetium) gehören zu den Wichtigsten. 

Nuklearmedizinische Methoden werden auch aus Therapieform angewandt, so zum Beispiel radioaktiv markiertes Lutetium bei metastasierenden Prostatakrebs und bei den seltenen metastasierenden neuroendokrinen Tumoren, radioaktiv markiertes Jod beim Schilddrüsenkrebs und Harz Partikel (SIR-Sphären), beladen mit radioaktiv markiertem Technetium zur Therapie von Lebermetastasen und des hepatozellulären Karzinoms.

Moderne Radiodiagnostik und Therapie bieten unsere Kollegen der Radiologie und Nuklearmedizin, Hirslanden Klinik St. Anna seit Jahren mit Erfolg an. Sie sind für uns jederzeit und rasch verfügbar.

Hier geht’s zum Institut für Radiologie und Nuklearmedizin, Klinik St. Anna